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Environmental Protection Agency
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Die United States Environmental Protection Agency (EPA bzw. USEPA, deutsch Umweltschutzbehörde) ist eine unabhÀngige Behörde der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika zum Umweltschutz und zum Schutz der menschlichen Gesundheit.

Ihr Sitz ist Washington, D.C. im Ariel Rios Building in der Pennsylvania Avenue. Bei der Behörde sind etwa 17.000 Mitarbeiter beschÀftigt.

Sie soll unter anderem die Umsetzung von Umweltschutzgesetzen begleiten. Seit 1982 besteht das Office of Criminal Enforcement, Forensics and Training (OCEFT), eine eigene Vollzugs- und Ermittlungsbehörde. Sie hat 1988 volle Polizeibefugnisse erhalten.cite-ref-1[1]

Contents

‱ Geschichte
‱ GrĂŒndung
‱ Abgasskandal
‱ Kritik
‱ Weblinks

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Geschichte

GrĂŒndung

Der republikanische PrĂ€sident Richard Nixon grĂŒndete die Behörde im Dezember 1970.cite-ref-2[2] Die Motive zur GrĂŒndung der Agentur werden heute eher im politischen Druck der Öffentlichkeit als in der Einsicht Nixons gesehen. Der erste Leiter der EPA William Ruckelshaus, ein Republikaner aus Indiana, sagte, Nixon habe die EPA, aufgrund „der öffentlichen Proteste gegen Umweltzerstörung gegrĂŒndet. Nicht, weil Nixon deren Besorgnis teilte, sondern weil er keine andere Möglichkeit hatte.“cite-ref-02-3-0[3] Die EPA war nach dem 1967 gegrĂŒndeten Schwedischen Umweltamt die weltweit zweite vergleichbare Umweltbehörde.cite-ref-4[4]

Sechs Tage nach dem Earth Day 1970 autorisierte Nixon die US-StreitkrĂ€fte von Vietnam aus nach Kambodscha einzumarschieren; was zu grĂ¶ĂŸeren Protesten auf den Straßen der Vereinigten Staaten fĂŒhrte. Laut Ruckelshaus sah Nixon die Kriegsgegner und UmweltschĂŒtzer als des gleichen Vaters Kind (“birds of a feather”); beide verkörperten seiner Meinung nach eine SchwĂ€che in der amerikanischen Gesellschaft (“both reflected weakness in the American character.”)cite-ref-02-3-1[3]

Clean Air Act

Als eine der ersten Maßnahmen der neuen Behörde setzte sich Ruckelshaus fĂŒr die Schaffung des Clean Air Act von 1970 ein. Die EPA erhielt die AutoritĂ€t, die LuftqualitĂ€t beeintrĂ€chtigende Emittenten zu regulieren. Dieses Gesetz gilt bis heute als ein großer Erfolg der US-Umweltgesetzgebung und fĂŒhrte zur technischen und umweltfreundlicheren Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren. Die EPA schĂ€tzte damals, dass ca. 5000 Amerikaner jĂ€hrlich an Krankheiten als Folge der Luftverschmutzung starben.cite-ref-02-3-2[3]

Clean Water Act

1972 folgte der Clean Water Act, bis heute die Grundlage des GewĂ€sser- und Meeresschutzes an den KĂŒsten der USA. Behördenchef Ruckelshaus war in den frĂŒhen 1960er Jahren Leiter des „Stream Pollution Control Board“ in Indiana. Das Gremium stellte damals Regeln fĂŒr den GewĂ€sserschutz auf, verfolgte aber deren Einhaltung kaum. Zusammen mit Wasser-Ingenieuren seiner Behörde reiste er in einem Truck durch Indiana und nahm Wasserproben. Die EPA glich diese mit den Funden von Fischen in den GewĂ€ssern ab.

1969 stand der Cuyahoga River bei Cleveland nach einem Ölleck in Flammen. Auch das alarmierte die US-Umweltbewegung und half, den Clean Water Act durchzusetzen. Grundlage war der Federal Water Pollution Control Act von 1948, der bis heute die Basis fĂŒr den Clean Water Act bildet.cite-ref-5[5] Der Umfang des Clean Water Acts beinhaltet die Wiederherstellung der chemischen, physikalischen und biologischen Ganzheitcite-ref-6[6] des Wassers („
 to restore and maintain the chemical, physical, and biological integrity of the Nation’s waters 
“)cite-ref-7[7] sowie die Aufrechterhaltung dieses Zustandes.

Klage von Mingo Logan gegen EPA

→

Hauptartikel

:

Mingo Logan gegen EPA

Von 2009 bis 2014 beschĂ€ftigte eine juristische Auseinandersetzung um den Widerruf einer bereits erteilten Abbaugenehmigung im Mountaintop removal-Bergbauverfahren mehrere Gerichte in Washington, D.C. Der mehrjĂ€hrige Streit, in dem die Verschmutzung von Wasserressourcen zu beurteilen war, wurde zugunsten der Beklagten (EPA) entschieden. Einige Medien und Umweltschutzorganisationen werteten den Ausgang als richtungsweisend fĂŒr die Zukunft des MTR-Bergbaus.

Abgasskandal

Siehe auch

:

Abgasskandal

Den Abgasskandal mit internationalen Folgen in der ganzen Autobranche brachte 2015 die EPA ins Rollen. Sie machte öffentlich, dass verschiedene Autohersteller mittels Software ihre Abgaswerte manipuliert hatten und damit gegen US-Recht verstießen. Am 18. September 2015 richtete die EPA erstmals eine Notice of Violation (sinngemĂ€ĂŸ: Mitteilung eines Rechtsverstoßes) an die Volkswagen Group of America mit juristischen VorwĂŒrfen wegen VerstĂ¶ĂŸen gegen den Clean Air Act. 2017 erklĂ€rte die EPA, auch Fiat-Chrysler habe Abgaswerte manipuliert.cite-ref-8[8]

PrÀsidentschaft Trump

Im Zuge der ersten PrĂ€sidentschaft Donald Trumps, der als „Klimaskeptiker“ auftritt und im Wahlkampf angekĂŒndigt hatte, Umweltschutzmaßnahmen zu reduzieren, wurde und wird die EPA grundlegend hin zu einer wirtschaftsfreundlichen Behörde verĂ€ndert. Die VerĂ€nderungen gehen weit ĂŒber das Maß hinaus, wie es unter vorherigen PrĂ€sidenten, etwa Ronald Reagan oder George H. W. Bush, zu beobachten war. Es sei nahe an der Vereinnahmung durch Industrieinteressen (regulatory capture), so eine Untersuchung vom April 2018.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]

Unter anderem wurde die EPA stark verkleinert, um damit der umweltpolitischen Kehrtwende der Regierung Trump Rechnung tragen.cite-ref-gag-11-0[11] Das Übergangsteam der EPA wurde von Myron Ebell geleitet,cite-ref-sack-12-0[12] einem Lobbyisten, der fĂŒr die konservative Denkfabrik Competitive Enterprise Institute arbeitet und als Leiter der Cooler Heads Coalition zu den zentralen Figuren der organisierten Klimawandelleugnerszene gezĂ€hlt wird.cite-ref-dunlap-13-0[13] Ende Januar 2017 Ă€ußerte Ebell, er erwarte von Trump, dass mindestens die HĂ€lfte der EPA-BeschĂ€ftigten entlassen und das Budget der Organisation erheblich gekĂŒrzt werde.cite-ref-sack-12-1[12]

Die Fachzeitschrift Nature beschrieb die VorgĂ€nge bei der EPA in einem im Oktober 2020 publizierten Editorial als Beispiel fĂŒr den „systematischen Abbau der wissenschaftlichen KapazitĂ€ten in den wissenschaftlichen Regulierungsbehörden“ unter Trump. Zudem erklĂ€rten die Autoren, dass die EPA wĂ€hrend der Regierungszeit Trumps „verkĂŒmmert“ sei, da „ihre Wissenschaftler von der FĂŒhrungsspitze ignoriert wurden“. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte das von Trump eingesetzte FĂŒhrungspersonal daran gearbeitet, mehr als 80 Umweltschutzbestimmungen zur EindĂ€mmung von diversen Schadstoffemissionen wie Treibhausgasen, Quecksilber oder Schwefeldioxid abzuschaffen oder zumindest abzuschwĂ€chen.cite-ref-14[14] GemĂ€ĂŸ Klimaforscher und IPCC-Leitautor Benjamin D. Santer wurde die Behörde wĂ€hrend der Regierungszeit Trumps von einer Umweltschutzbehörde zu einer „Umweltverschmutzungsbehörde“ („Environmental Pollution Agency“) umgebaut, die fĂŒr Trumps finanzielle UnterstĂŒtzer aus der fossile Energiewirtschaft diverse Gesetze zum Schutz von Luft und Wasser rĂŒckgĂ€ngig machte.cite-ref-15[15]

Personalpolitik

Als neuer Leiter wurde zunĂ€chst Scott Pruitt ernannt, ebenfalls ein Klimawandelleugner, der in seiner Zeit als Attorney General von Oklahoma den Kampf gegen Klimaschutzmaßnahmen des damaligen PrĂ€sidenten Barack Obama mit anfĂŒhrte. Gemeinsam mit weiteren republikanischen Attorneys General und Unternehmen aus der Energiebranche setzte er sich gegen Maßnahmen zum Umwelt-, Klima- und Gesundheitsschutz ein.cite-ref-16[16] In den Jahren 2011 bis 2016 verklagte er die EPA 13-mal mit dem Ziel, Umweltschutzmaßnahmen aufzuheben oder zu lockern.cite-ref-0-17-0[17] Pruitt trat am 5. Juli 2018 nach vielen Skandalen von seinem Posten zurĂŒck.cite-ref-resigns-18-0[18]

Mindestens vier hohe Verwaltungsstellen in der EPA wurden mit engen Vertrauten von James Inhofe besetzt,cite-ref-19[19] der (Stand 2011) als der profilierteste Klimawandelleugner in der US-Politik gilt.cite-ref-20[20] Pruitt hob als eine seiner ersten Amtshandlungen bei der EPA die Pflicht fĂŒr Öl- und Gasunternehmen auf, bei ihren FördertĂ€tigkeiten Daten zu Methanemissionen zu erheben.cite-ref-21[21]

Anfang Mai 2017 wurde bekannt, dass die VertrĂ€ge von 9 der 18 Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats nicht verlĂ€ngert wĂŒrden. Ersetzt werden sollen die entlassenen Gremienmitglieder nun durch Vertreter von Industrieunternehmen. Eine EPA-Sprecherin erklĂ€rte, Pruitt glaube, das Gremium solle mit Personen besetzt sein, die die Auswirkungen staatlicher Regulierung auf die Industrie verstĂŒnden.cite-ref-22[22] Infolge dieser Entscheidungen halbierte sich die Zahl der an UniversitĂ€ten forschenden Wissenschaftler im wissenschaftlichen Beirat, wĂ€hrend sich die Zahl von Mitgliedern, die von Industrieunternehmen und Beratungsunternehmen in das Gremium gesandt wurde, verdreifachte.cite-ref-23[23]

Im Oktober 2017 nominierte Trump den Kohlelobbyisten Andrew Wheeler als stellvertretenden Leiter der EPA. Wheeler hatte seit 2009 einer herausragende Stellung als Lobbyist der Energiebranche inne und hatte in dieser Funktion mehrfach die EPA verklagt. Zuvor hatte er zusammen mit dem Blogger Marc Morano fĂŒr den Senator Jim Inhofe gearbeitet, der einmal einen Schneeball zu einer Senatssitzung mitgebracht und dessen Existenz als Beweis gegen die Existenz der globalen ErwĂ€rmung angefĂŒhrt hatte. Inhofe und auch Morano begrĂŒĂŸten die Nominierung Wheelers; UmweltverbĂ€nde wie der Sierra Club Ă€ußerten scharfe Kritik. Die Nominierung erregte auch deswegen Aufmerksamkeit, weil Trump noch im Januar 2017 eine Executive Order unterzeichnet hatte, das festhielt, dass in seiner Regierung Lobbyisten keine Posten besetzen wĂŒrden, bei denen sie in Kontakt mit ihrer frĂŒherer TĂ€tigkeit als Lobbyist kommen wĂŒrden.cite-ref-2-24-0[24] Wheeler erhielt 2017 fĂŒr seine TĂ€tigkeit als Lobbyist ca. 370.000 Dollar Honorar von dem Kohlekonzern Murray Energy, sein Unternehmen in den neun Jahren seiner TĂ€tigkeit zwischen 225.000 und 559.000 Dollar. Im April 2018 wurde er vom US-Senat als stellvertretender EPA-Direktor bestĂ€tigt.cite-ref-25[25]

Umformung unter PrÀsident Trump

Am 25. Januar 2017, fĂŒnf Tage nach seinem ersten Amtsantritt, untersagte Trump EPA-Wissenschaftlern, Öffentlichkeit und Journalisten mittels sozialer Medien mit Informationen zu versorgen. Zudem wurden Neueinstellungen von Wissenschaftlern und ForschungszuschĂŒsse bis auf weiteres gestrichen.cite-ref-gag-11-1[11] Ebenfalls ordnete die Regierung Trump an, alle Studien und Daten von EPA-Wissenschaftlern vor ihrer Publikation politisch zu ĂŒberprĂŒfen, was auch fĂŒr die Website der EPA gilt.cite-ref-26[26] Am selben Tag wurde bekannt, dass auf Anweisung Trumps alle Informationen zur globalen ErwĂ€rmung von der EPA-Website gelöscht werden sollten.cite-ref-27[27] Einen Tag spĂ€ter wurde dieser Plan nach erheblicher Kritik zurĂŒckgezogen.cite-ref-28[28] Ende April wurde die Website der EPA schließlich umgestaltet, wobei Seiten mit Klimabezug gelöscht oder ins Archiv verschoben wurden. Unter anderem betraf dies eine Seite, die zuvor als die „offizielle Regierungsseite fĂŒr umfassende Informationen bezĂŒglich Klimawandel und globaler ErwĂ€rmung“ fungiert hatte. Entfernt wurden ebenfalls Daten ĂŒber große Umweltverschmutzer und Berichte ĂŒber die Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit. Ziel der Änderungen sei es, den neuen Kurs der EPA unter Trump wiederzugeben und Verwirrung durch veraltete Informationen zu vermeiden.cite-ref-29[29]

Daneben wurde auch eine viel genutzte Website, die Schulkinder ĂŒber die globale ErwĂ€rmung aufklĂ€ren sollte, so verschoben, dass sie sowohl ĂŒber die EPA-Website selbst als auch ĂŒber eine Google-Suche kaum noch aufgefunden werden kann.cite-ref-30[30] Weitere Umgestaltungen betrafen z. B. das BĂŒro fĂŒr Wissenschaft und Technologie der EPA (Office of Science and Technology), das u. a. fĂŒr die Erstellung von Wasserschutzrichtlinien verantwortlich ist. Dort wurde bei der TĂ€tigkeitsbeschreibung unter anderem ein Passus gelöscht, dass die Einrichtung „wissenschaftsbasiert“ agiere. Stattdessen sollen fortan „technisch und ökologisch erreichbare Standards“ entwickelt werden, was von Kritikern so interpretiert wird, dass öffentliche Gesundheit und Wissenschaft zukĂŒnftig verglichen mit den Interessen von Wirtschaftsunternehmen eine untergeordnete Rolle einnehmen sollen.cite-ref-31[31]

Wissenschaftler organisieren bereits seit Dezember 2016 „Data Rescue Events“ („Datenrettungsveranstaltungen“), um möglichst viele entsprechende öffentliche Daten zu kopieren und in ein sicheres Archiv abzulegen: Sie starteten das Projekt datarefuge.org (dt. „Datenzuflucht“).cite-ref-32[32] Zudem richteten Wissenschaftler unter anderem der EPA anonym inoffizielle Social-Media-Accounts ein, um das Verbot zu umgehen, Forschungsergebnisse ĂŒber Soziale Medien zu verbreiten.cite-ref-33[33]

Am 16. MĂ€rz 2017 stellte die Regierung Trump ihre Budgetplanungen vor, die vom Kongress noch bestĂ€tigt werden mĂŒssen. Demnach soll das Budget der EPA um 31 % gekĂŒrzt werden; auch weitere Wissenschaftsinstitutionen und Behörden mit Umwelt-, Klima- und Gesundheitsforschung wie die National Oceanic and Atmospheric Administration und das Department of Energy sollen starke BudgetkĂŒrzungen erfahren.cite-ref-34[34] Bei der EPA sollen Forschungsprojekte zum Clean Power Plan nicht weiter finanziert werden sowie alle Forschungsprogramme und Forschungspartnerschaften mit Bezug zur Klimaforschung ersatzlos gestrichen werden. Die Finanzierung fĂŒr die Beseitigung giftiger Substanzen soll um 330 Mio. Dollar, fĂŒr die Durchsetzung von Luft- und Wasserschutzrichtlinien um 129 Mio. Dollar bzw. ca. 20 % gekĂŒrzt werden. Mehr als 50 weitere Umweltprogramme – etwa zur großflĂ€chigen SĂ€uberung der Großen Seen und der Chesapeake Bay, zur Steigerung der Energieeffizienz, zur BekĂ€mpfung der Folgen der globalen ErwĂ€rmung und zur Reduzierung der Luftverschmutzung – sollen entweder ganz gestrichen oder an US-Bundesstaaten ĂŒbertragen werden. Das Budget der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der EPA soll auf etwa die HĂ€lfte reduziert werden. Zudem soll etwa jeder fĂŒnfte Angestellte der EPA entlassen werden. Laut Mick Mulvaney, Chef des Office of Management and Budget, wolle PrĂ€sident Trump eine kleine Umweltbehörde und es sei nicht möglich, „den Sumpf auszutrocknen und alle Personen in ihm zu lassen“. Zudem kĂŒndigte er an, dass die Trump-Regierung die Klimaforschung einstellen wolle, da sie diese fĂŒr „Geldverschwendung“ halte.cite-ref-35[35]

Ende MĂ€rz 2017 erließ Trump bei einem Besuch der Umweltbehörde ein Dekret, das viele Umwelt- und Klimaschutzprogramme rĂŒckgĂ€ngig machen soll. Diese waren zuvor unter Barack Obama erlassen worden, um den 2015 von 195 Staaten der Welt beschlossenen Pariser Klimaschutzvertrag einzuhalten. Unter anderem beauftragte Trump EPA-Chef Scott Pruitt damit, den Clean Power Plan, der eine Emissionsreduzierung von bestehenden wie neuen Kraftwerken vorsah, „auszusetzen, zu ĂŒberarbeiten oder aufzuheben“. Zudem wies er Bundesbehörden an, Richtlinien außer Kraft zu setzen oder zu verbessern, die inlĂ€ndische Energieerzeugung behindern könnten. Ebenfalls wurden mit dem Dekret Richtlinien abgeschafft, die vorsahen, dass bei politischen Erlassen und Infrastrukturvorhaben der Klimawandel berĂŒcksichtigt werden muss. WĂ€hrend der Unterzeichnungszeremonie in der EPA-Zentrale erklĂ€rte Trump im Beisein von Kohlearbeitern, seine Regierung werde den „Krieg gegen die Kohle“ beenden.cite-ref-36[36] Anfang Juli 2017 blockierte ein Bundesberufungsgericht den Versuch der EPA, unter Obama eingefĂŒhrte Grenzwerte vor Emissionen an Öl- und Gasbohrungen aufzuheben. Es erklĂ€rte die versuchte Aufhebung als „unbegrĂŒndet“, „willkĂŒrlich“ und „unberechenbar“. Die EPA mĂŒsse den Clean Air Act umsetzen und dĂŒrfe nicht ohne GrĂŒnde den Gesetzesvollzug einstellen.cite-ref-37[37]

Im August 2017 wurde öffentlich, dass die Forschungsförderung der EPA nun einer politischen ÜberprĂŒfung unterzogen werden. AntrĂ€ge zur Forschungsförderung von EPA-Wissenschaftlern oder Drittinstitutionen wie UniversitĂ€ten, Bildungsangebote und Umweltprogramme werden nun anstelle von mit der Materie vertrauten Wissenschaftlern von einer Stelle im BĂŒro fĂŒr Öffentlichkeitsarbeit der EPA entschieden. Der fĂŒr diese Stelle ausgewĂ€hlte PR-Angestellte verfĂŒgt nach Medienangaben ĂŒber keinerlei naturwissenschaftliche Qualifikation und arbeitete zuvor u. a. in einer politischen Beratungsfirma sowie im Wahlkampfteam von Donald Trump. Unter anderem wies er Mitarbeiter an, AntrĂ€ge nach dem Wort „Klimawandel“ zu durchforsten und alle Hinweise auf diesen aus den AntrĂ€gen zu eliminieren. Zudem strich er einige Vorhaben nachtrĂ€glich, die den Bewilligungsprozess bereits erfolgreich durchlaufen hatten.cite-ref-38[38] Auch das EPA-Museum soll umgestaltet werden, um globale ErwĂ€rmung herunterzuspielen.cite-ref-39[39] Anstelle der Klimawandelbezogenen Ausstellung soll möglicherweise eine Ausstellung mit Thema Kohle erstellt werden.cite-ref-40[40]

Am 9. Oktober 2017 verkĂŒndete EPA-Administrator Pruitt in der Kohlebergbaustadt Hazard (Kentucky), den Clean Power Plan Barack Obamas aufheben zu wollen: Der „Krieg gegen die Kohle“ sei vorbei. Einen Tag spĂ€ter unterzeichnete er eine entsprechende Anordnung. Der Clean Power Plan sah vor, die Kohlenstoffdioxidemissionen von Kraftwerken im Zeitraum 2005 bis 2030 um 32 % zu senken.cite-ref-41[41]cite-ref-42[42]cite-ref-43[43] Aufgrund vermiedener Klima- und GesundheitsschĂ€den hĂ€tte der Clean Power Plan zudem einen volkswirtschaftlichen Gewinn von ca. 25 bis 45 Milliarden Dollar im Jahr 2030 erbracht.cite-ref-bizarr-44-0[44]

Um diesen volkswirtschaftlichen Gewinn in einen volkswirtschaftlichen Verlust zu verwandeln, verĂ€nderte die EPA die Berechnungsmethode der Sozialen Kosten der Kohlenstoffemissionen (Social Costs of Carbon) massiv, um deren Wert von etwa 50 Dollar/Tonne auf den politisch vorgegebenen Wert von einem Dollar/Tonne Kohlenstoffdioxid kleinzurechnen. So berĂŒcksichtigt die EPA bei auftretenden KlimaschĂ€den durch US-Emissionen nur noch die Auswirkungen direkt in den USA selbst, wĂ€hrend die Auswirkungen auf alle anderen Staaten ignoriert werden. Hierdurch wird die Schadenssumme etwa auf ein Viertel ihres realen Wertes reduziert. Zudem wurde der Diskontsatz fĂŒr die Einpreisung kĂŒnftiger KlimaschĂ€den auf 7 % erhöht; ein Satz, der unter Ökonomen als völlig ĂŒberhöht gilt. Mit diesem Rechentrick erscheinen zukĂŒnftige KlimaschĂ€den bei heutiger Kaufkraft als klein. Drittens verdoppelte die EPA die Kosten, die sich fĂŒr die Energiewirtschaft durch EinfĂŒhrung des Clean Power Plan ergeben, in ihren Annahmen. Viertens wurden gesundheitliche Vorteile kleingerechnet, indem jede Verbesserung der LuftqualitĂ€t in Gebieten, wo die Grenzwerte bereits eingehalten werden, so behandelt wird, als entstĂŒnde hierdurch keine weitere Reduzierung der Gesundheitskosten. Durch diese vier Rechentricks, die laut SĂŒddeutscher Zeitung allesamt massiv den Erkenntnissen der Wissenschaft widersprechen, gelang es der EPA, die gewĂŒnschten niedrigen Werte von einem Dollar/Tonne zu erreichen und somit die volkswirtschaftliche Vorteilhaftigkeit des Clean Power Plans zu einem Nachteil zu verwandeln, mit dem sich die Abschaffung begrĂŒnden ließ. International liegen die Social Costs of Carbon weitaus höher: Das Umweltbundesamt nennt 145 Euro/Tonne, die Weltbank 50 bis 100 Dollar/Tonne.cite-ref-bizarr-44-1[44] Auf Ă€hnliche Weise rechnet die EPA unter Pruitt die sozialen Kosten von Methan klein.cite-ref-45[45]

Wenige Tage spĂ€ter verbot die EPA-FĂŒhrung drei ihrer Wissenschaftler, VortrĂ€ge wĂ€hrend einer wissenschaftlichen Konferenz zu halten. GrĂŒnde fĂŒr diese Anordnung wurden nicht genannt. Ein EPA-Sprecher erklĂ€rte, die Wissenschaftler dĂŒrften die Konferenz besuchen, jedoch nicht dort sprechen. Die Wissenschaftler hatten zuvor an einer mehrjĂ€hrigen, peer-reviewten Studie mitgewirkt, in der die ökologische Situation der Narragansett Bay untersucht wurde und die nun auf der Konferenz prĂ€sentiert werden sollte. Dieser rund 500 Seiten umfassende technische Bericht hatte ergeben, dass die Narragansett Bay zwar einerseits sauberer werde, zugleich jedoch durch NĂ€hrstoffeintrĂ€ge und die globale ErwĂ€rmung gefĂ€hrdet sei.cite-ref-46[46]cite-ref-47[47]cite-ref-48[48]

Im September 2020 weichte die EPA eine unter PrĂ€sident Obama eingefĂŒhrtes Gesetz auf, das Kohlekraftwerken vorschrieb, bei der Einleitung von mit Schwermetallen belastetem Schmutzwasser in GewĂ€sser bestimmte Reinigungstechnologien zu deren Schutz einzusetzen. Dieses Schmutzwasser fĂ€llt bei der Rauchgasreinigung an, die genutzt wird, um Quecksilber, Schwefeldioxid usw. aus dem Rauchgas zu filtern und ist neben diesen Substanzen u. a. mit Blei, Selen und Arsen belastet. Das Gesetz wird als Versuch der Regierung Trump angesehen, die im Wettbewerb mit erneuerbaren Energien und Gaskraftwerk stehende angeschlagene US-Kohleindustrie zu unterstĂŒtzen. Andrew Wheeler, der Leiter der EPA, der vor diesem Amt selbst als Lobbyist fĂŒr die Kohlebranche tĂ€tig gewesen war, beschrieb die GesetzesĂ€nderung als den Einsatz von „erschwinglicheren Technologien zur BekĂ€mpfung der Umweltverschmutzung“, die „die Umweltverschmutzung verringern und gleichzeitig ArbeitsplĂ€tze retten“ wĂŒrden. Die Regierung Obama war davon ausgegangen, dass das Gesetz die Einleitung von 1,4 Mrd. Pfund Schwermetalle und anderer giftiger Substanzen verhindern wĂŒrde und die Kohleindustrie etwa 480 Mio. Dollar pro Jahr kosten wĂŒrde.cite-ref-49[49]

Liste der Administratoren

Die Administratoren der Behörde werden durch den PrĂ€sidenten ernannt und mĂŒssen durch den Senat bestĂ€tigt werden. Sie leiten die Behörde und gehören dem Kabinett an.

| Amtszeit | Name | PrÀsident |
|---|---|---|
| 1970–1973 | William Ruckelshaus | Richard Nixon |
| 1973–1977 | Russell E. Train | Richard Nixon , Gerald Ford |
| 1977–1981 | Douglas M. Costle | Jimmy Carter |
| 1981–1983 | Anne Gorsuch | Ronald Reagan |
| 1983–1985 | William Ruckelshaus | Ronald Reagan |
| 1985–1989 | Lee M. Thomas | Ronald Reagan |
| 1989–1993 | William K. Reilly | George Bush |
| 1993–2001 | Carol M. Browner | Bill Clinton |
| 2001–2003 | Christine Todd Whitman | Bill Clinton |
| 2003–2005 | Michael Leavitt | George W. Bush |
| 2005–2009 | Stephen L. Johnson | George W. Bush |
| 2009–2013 | Lisa P. Jackson | Barack Obama |
| 2013–2017 | Gina McCarthy | Barack Obama |
| 2017–2018 | Scott Pruitt | Donald Trump |
| 2018–2021 | Andrew R. Wheeler | Donald Trump |
| 2021–2024 | Michael S. Regan | Joe Biden |
| seit 2025 | Lee Zeldin | Donald Trump |

Kritik

Das 1970 ins Leben gerufene Federal Clean Car Incentive Program, das amerikanische Studien fĂŒr ein Elektro-Hybridfahrzeug umzusetzen versuchte, wurde – obwohl anfĂ€nglich stark forciert – 1976 durch die Umweltschutzbehörde der USA gestoppt.cite-ref-50[50]

US-Republikaner kritisierten im Sommer 2011 die EPA, dass sie die Wirtschaft gefĂ€hrde und ArbeitsplĂ€tze vernichte. Sie forderten z. B. eine KĂŒrzung des EPA-Budgets fĂŒr 2012 um 20 % und eine Beschneidung der Kompetenzen der EPA.cite-ref-51[51]

Paul Krugman hingegen fordert endlich die Umsetzung der Umweltschutzrichtlinien, insbesondere gegen Quecksilber, und hĂ€lt den Kampf gegen eine funktionierende Umweltbehörde fĂŒr ein ideologisches Gemeingut mittlerweile aller Republikaner.cite-ref-52[52]

Im Jahr 2017 geriet die Behörde um ihren Chef Scott Pruitt in Kritik, da sie öffentlich bekannt gab, Wissenschaftler des externen Beratungsgremiums kĂŒndigen zu wollen, wenn diese Förderung durch die EPA erhalten, um eine UnabhĂ€ngigkeit der Experten von der Politik zu gewĂ€hrleisten. AuffĂ€llig ist dabei, dass durch die Maßnahmen eine Einflussnahme der unabhĂ€ngigen Regierungsorganisation EPA verhindert werden soll, nicht aber eine Einflussnahme beziehungsweise eine Finanzierung von Gremiumsmitgliedern durch die Industrie. Deborah Swackhamer, Professorin fĂŒr Umweltwissenschaften und die damalige Vorsitzende des Gremiums sagte dazu: „Das Vorhaben richtet sich eindeutig gegen Wissenschaftler, die nicht die Interessen von Firmen vertreten.“cite-ref-1-53-0[53]cite-ref-2-24-1[24] Bereits in Jahren 2014/15 hatte die EPA nach Aussagen des WHO-Wissenschaftsberaters Chris Pointer die krebserregende Wirkung des Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffes Glyphosat nach Sichtung mehrerer Tierstudien als ausreichend nachgewiesen bewertet. In den Studien konnte Glyphosat die Induktion von oxidativem Stress, einem Krebsentstehungsfaktor, nahegelegt werden. Kritik kam auf, als das externe Beratungsgremium der EPA eine Neubewertung der Studien anregte, wonach genau diese brisanten Studien als irrelevant bewertet wurden.cite-ref-54[54] Aufgrund dieser und weiterer Indizien, die unter anderem vermehrt seit der PrĂ€sidentschaft von Donald Trump auftreten, wird die UnabhĂ€ngigkeit der EPA mittlerweile öffentlich in Frage gestellt.cite-ref-1-53-1[53]

In der Popkultur

Im Animationsfilm Die Simpsons wird die EPA parodiert. Aufgrund von Umweltverschmutzung durch Homer Simpson fasst die EPA den Beschluss, eine riesige Glasglocke ĂŒber die fiktive Stadt Springfield zu legen. Das sorgt bei den Einwohnern fĂŒr Empörung, die sich allerdings gegen Homer und nicht gegen die EPA richtet.

Bereits in der zwölften Episode von Staffel vier, „Homer kommt in Fahrt“ (Originaltitel „Marge vs. the Monorail“), wird Mr. Burns durch Bedienstete der EPA festgenommen, als er illegal nuklearen Abfall entsorgt. Sie tritt auch in Staffel 13, Episode 2, mit dem Titel „Am Anfang war die Schreiraupe“ (Originaltitel „The Frying Game“) kurz in Erscheinung.

Weblinks

‱ EPA-Website (englisch)

Einzelnachweise

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